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Willkommen in Ithilien, Wanderer!
Dies war ein Rollenspiel rund um die Bewohner von Gondor
drei Jahre vor dem Ringkrieg.

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Dieses Thema hat 459 Antworten
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 Archiv - Eärenya, 25 Nárië 3016 DZ
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Lissuin Offline

Heilerin


Beiträge: 79

27.03.2008 03:07
#401 RE: 23./24. Juni 3016 DZ Nacht bis früher Abend - Am See Zitat · Antworten

Warum sind Männer immer der Meinug alles besser zu wissen. Ob Arendor sich bewusst ist das die Frauen auf ihrem Weg vollkommen ungeschützt sind, während alle Männer hier sitzen und Däumchen drehen.

Lissuin war sauer, zuerst dieser großspurige Lümmel von Sohn, den Arendor ihr geschickt hatte und dann noch dieser rüppelhafte Zwerg. Man konnte es auch übertreiben und Lissuin fand, das Arendor schon darüber hinaus war.

Wenn der Gefahr wittert setzt bei ihm der Verstand aus.

Silvaen war mit den Zwillingen im Arm nach dem Stillen eingeschlafen. Wie sie da lag und schlummerte, konnte man meinen es läge nichts im Argen. Lissuin war nach dem Arendor, den anderen den Befehl- Befehl! Püh! was der sich dachte. - zum gehen gegeben hatte, allein damit beschäftigt Silvaens Wohnstube wieder herzurichten.

Sie war gerade damit fertig als sie laute Stimmen vor dem Haus wahrnahm. Ein Blick aus dem Fenster zeigte das Nirion Ärger mit dem Zwerg bekommen hatte. Sie eilte heraus.

"Ihr werdet die Bäume gefälligst in Ruhe lassen. Was denkt ihr euch eigentlich? was würdet ihr denn davon halten, wenn ich in eure Hallen kommen würde und einfach mal so, eine oder zwei eurer schönsten Säulen zerstören würde? Ich hatte mal gehört das Zwerge einen ehrlichen und höflichen Charakter haben, aber das gehört wohl ins Reich der Legenden. Nun ja, ich hatte vor euch etwas zu essen zu machen, weil ich das für höflich erachte. Aber ihr scheint ja darauf keinen Wert zu legen."

Lissuin drehte ihm demonstrativ den Rücken zu und ging langsam zurück zu Silvaens Haus, in der Hofnung das der Zwerg sich besinnen möge. Sich zwischen ihn und die Bäume zu stellen käme Selbstmord gleich. Was die Nahrungsmittel anging, würde Lissuin sie Beregil zurück zahlen, die Dorfbäume waren einfach wichtiger.

NPC Offline




Beiträge: 3.383

27.03.2008 05:58
#402 24. Juni 3016 DZ Morgen Zitat · Antworten

Nirion - Vor der Schmiede



Nirions Worte schienen den Zwerg ganz schön zu amüsieren. Dabei hatte er diese durchaus ernst gemeint. Dieses kleine Volk konnte wohl auch ziemlich schnell aus der Ruhe gebracht werden. Das sah Nirion zumindest, als er plötzlich die Axt des Zwerges unter die Nase gehalten bekam.

"Ich bitte Euch, Herr Zwerg, wer wird denn gleich so aufbrausen." Nun sah Nirion zu, wie der Bavagor mit seiner Axt zu ein vereinzelt stehenden Bäumen ging um diese zu bearbeiten. Nirion konnte bei diesem Anblick nur den Kopf schütteln.

Im nächsten Augenblick kam Lissuin, die Heilerin, aus dem Haus herausgestürmt kam und dem Zwerg eine Standpauke abhalten wollte. Er sollte gefälligst die Bäume in Frieden lassen.
Bevor sie sich umdrehte und zurück zum Haus von Silvaen ging, stellte sich Nirion demonstrativ zwischen die Frau und den Zwerg.
"Schon gut, lasst nur. Dieser Zwerg hat keinen Anstand und weiß eben nicht, wie man sich unter Menschen verhält."

Mittlerweile war es Morgen und Nirion beschloss selbst die Kühe zu melken. Zumindest jene von Arendors Hof. Man konnte bereits ihr lautes Muhen vernehmen. Sie wollten unbedingt Erleichterung finden.

"Also, Herr Zwerg, man sieht sich! Ich hoffe Ihr stellt keinen Unfug an!"

In Arendors Stall

Die Kühe wurden immer ungeduldiger.
"Schon gut, Mädels, ich bin ja schon da." Vier Stück an der Zahl waren es und Nirion musste sich erstmal koordinieren. Er hatte das schon ewig nicht mehr getan und eigentlich war das auch keine Aufgabe für Männer. Aber ziemlich schnell hatte er dann doch die Eimer gefunden und den kleinen Schemel.
Die erste Kuh stampfte schon ungeduldig mit dem Fuß auf die Erde. Am Anfang stellte sich Nirion wirklich wie der letzte Volltrottel an, doch irgendwann hatte er den Dreh raus und die Milch ergoss sich in den Eimer.

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Areros Offline

Bauernsohn


Beiträge: 348

29.03.2008 10:37
#403 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten
Mit Leyron am See

Areros wurde mit einem Schlag ernst. Auch er war verwundert und enttäuscht gewesen, dass als sein Vater von seiner Vergangenheit erzählt hatte. Er hatte nicht verstanden, warum sein Vater nie darüber gesprochen hatte. Gestern Abend war kein passender Moment gewesen ihm Vorhaltungen zu machen. Doch die würde sein Vater wohl vom jedem Familienmitglied zu hören bekommen. Gerade Lundor und Lendil würde sehr wütend auf ihren Vater sein und Areros konnte es ihnen nicht verdenken. Immer hatte er gegen das Soldatentum gepredigt und nun stellte sich heraus, dass er selbst jahrelang einer gewesen war.

»Natürlich wird Aeluin ihn weiter lieben«, erwiderte Areros. »Doch er hat uns mit seinem Schweigen sehr enttäuscht und getäuscht. Ich kann mir keinen guten Grund denken, warum er uns nichts erzählt hat. Was sollte uns denn an seiner Vergangenheit so erschrecken? Unser Großvater war selbst Soldat gewesen.«

»Ich kann dir darauf keine Antwort geben«, meinte Leyron und blickte Areros ernst an. »Doch ich bin mir sicher, dass er es nicht getan hat, um euch zu hintergehen. Er sagte mir eher, dass er die Zeit als Soldat vergessen wollte. Es klang so, als wäre es kein Lebensabschnitt, auf den er besonders stolz …«

Areros war bei Leyrons Worten erstarrt. ›Leyron hat er also davon erzählt? Leyron?‹ Mit einem Satz, sprang er vom Baum herunter und landete unweit von Leyron. Er stürzte sich auf ihn und hielt ihm am Kragen.

»So. Dir hat er also davon erzählt?«, rief er mit erhobener Stimme. »Dabei bist du gerade einmal zwei Tage … Zwei Tage! … Zwei Tage hier in Anthara. Aber du weißt mehr über meinen Vater als ich sein Sohn. Was sieht er in dir? Du bist wohl der Sohn, den Vater niemals hatte.«

Wütend ließ er Leyron los und ging ein paar Schritte weiter. Er griff den Falschen an. Leyron konnte ja nichts für dein Vertrauensbruch seines Vaters. Außerdem fand Areros, dass er vernünftig sein sollte. Eine Prügelei hatte noch nie jemanden genutzt.

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Areros

Leyron Offline

Krieger


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02.04.2008 21:05
#404 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten
Leyron musste sich sehr zusammenreißen, dass er bei Areros überraschendem Angriff nicht die Beherrschung verlor und seinen Dolch zog. Normalerweise ließ er sich von keinem Menschen so behandeln und hätte ihn der junge Mann eine Sekunde später losgelassen, hätte sich Leyron gewehrt.

Nun blickte er Areros hinterher, der neben einem Baum stand und seine Faust auf die Rinde gelegt hatte. Nun drang dessen Stimme zu ihm, die ihn um Verzeihung bat.

Leyron schüttelte leicht den Kopf. Areros benahm sich sehr ungewöhnlich. Einen Moment war er wütend und hätte bestimmt eine Prügelei angefangen und im nächsten hatte er seine Gefühle schon wieder so unter Kontrolle, dass er Leyron um Entschuldigung bitten konnte.

Leyron war da anders. Er konnte Areros Angriff nicht einfach wegstecken, zumindest würde er sich bestimmt nicht dafür entschuldigen, dass Arendor ihm von seiner Vergangenheit erzählt hatte und nicht seinem Sohn. So grummelte er nur ein: »Ist ja nichts passiert!«›Zu deinem Glück!‹ und richtete sein Hemd wieder.

Eine Zeit lang starrte der Krieger geradeaus über den See, doch dann sah doch für einen Moment zu Areros, der noch immer so da stand, wie vorher. Noch immer war Leyron nicht gewillt mit Areros zu sprechen. Doch nun wanderte sein Blick immer wieder zu Areros und letztendlich schluckte er seinen Ärger hinunter. Leyron sah ein, dass Areros von seinem Vater sehr enttäuscht sein musste.

Er stand auf, ging die paar Schritte zu Areros hinüber und legte ihm eine Hand auf die Schulter. »Ich weiß nicht, warum dein Vater mit mir darüber gesprochen hat. Doch eines weiß ich: Ich bin ganz gewiss nicht der Sohn, den dein Vater sich immer gewünscht hat.«


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Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.

Areros Offline

Bauernsohn


Beiträge: 348

02.04.2008 21:12
#405 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten

Areros drehte nur den Kopf in Richtung Leyron, bewegte sich aber sonst nicht. Er hatte über die möglichen Gründe seines Vaters nachgedacht, doch keinen plausiblen gefunden.

»Wer weiß Leyron«, antwortete er leise. »Du bist ganz anders als Lundor, Lendil und ich. Du bist selbstständig. Hast die Welt bereist und weißt mit Situationen, wie diesem Angriff auf unser Dorf umzugehen – ohne Furcht und Bedenken. Dir sieht man auf den ersten Blick an, dass du etwas von Waffen und Kämpfen verstehst.«

Areros blickte wieder geradeaus. »Und von Frauen«, fügte er hinzu.

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Areros

Leyron Offline

Krieger


Beiträge: 1.022

02.04.2008 21:16
#406 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten

Leyron konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, doch da Areros mit dem Rücken zu ihm stand, war das kein Problem. Areros redete sich seiner Meinung nach lauter Unsinn ein.

»Soweit ich mich erinnere, legt dein Vater gerade auf ein friedliches Miteinander wert. Wöllte er einen Krieger wie mich in seiner Familie, so hätte er sich doch bestimmt nicht so gegen den Wunsch deiner Brüder gesträubt, sondern ihnen das beigebracht, was er kann.

Und hast du mir noch gestern Nacht noch erklärt, dass ich keinen besseren Partner hier in Anthara finden könne? Wie wäre es, wenn du mir jetzt mal etwas davon zeigst?«


Areros drehte sich halb zu Leyron um. »Du willst, dass wir kämpfen?«

Leyron legte seine Hand auf seinen Schwertknauf. »Wenn du dich traust?!«


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Areros Offline

Bauernsohn


Beiträge: 348

02.04.2008 21:20
#407 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten

Areros schaute Leyron in die Augen und konnte dort ein Funkeln erkennen. ›Es würde bestimmt Spaß machen, meine Kräfte mit Leyron zu messen. Er ist ein härterer Gegner als Rerlad, der ja nun auch schon ein paar Jährchen mehr als ich auf dem Rücken hat.‹

Der junge Mann drehte sich zu Leyron um und nickte. »Ich traue mich.« Er zog sein Schwert und ging ein paar Meter aus den Bäumen heraus auf eine Wiese. Bevor er das Schwert gegen Leyron erhob, hatte er noch eine Bitte: »Aber das bleibt unter uns, ja? Erzähle Luin nichts davon.«

»Wieso? Sie weiß doch nun, dass du kämpfen kannst. Oder hast du Angst vor ihr?«, grinste Leyron Areros an.

»Ich habe Angst, dass sie nie wieder mit mir spricht«, antwortete Areros ihm ernst. »Sie hat mir bisher nur notgedrungen verziehen, dass ich mit dem Schwert umgehen kann. Das ist noch nicht aus der Welt geschafft. Ich will nicht noch mehr Ärger riskieren. Außerdem will ich dir nicht alle Chancen bei ihr verbauen!« Ein fieses Grinsen zierte Areros Gesicht.

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Areros

Leyron Offline

Krieger


Beiträge: 1.022

02.04.2008 21:30
#408 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten

Leyron lachte nur. »Ich habe andere Qualitäten, die Aeluin diesen Makel an mir schnell vergessen lässt. Mach dir darüber keine Gedanken.«

Leyron hob sein Schwert und griff Areros an. Dieser parierte ausgezeichnet und erwiderte den Angriff trickreich. Leyron freute sich. Areros war gut und mit ihm in den Wochen zu üben, die er in Anthara bleiben würde, würde ihm sehr viel Freude machen. Aeluin hin oder her.

Areros kämpfte nach Leyrons Meinung sehr gut. Er hatte viel Talent, war wendig und konnte überraschende Schwertschläge ausführen. Nur über eines war sich Leyron nicht sicher: Würde Areros auch im Kampf gegen einen echten Gegner die Schwertstreiche bis zum Ende ausführen und seinen Gegenüber töten?

Plötzlich stolperte Areros über einen Ast, der sich unter dem Gras versteckt hatte. Sein Schwert fiel ihm aus der Hand. Leyron stand sogleich über ihm und hatte einen Fuß auf Areros Brust gesetzt. Er brauchte nur noch den erlösenden Schwertstreich zu machen und er wäre der Sieger.

»Ergibst du dich?«, fragte er schwer atmend. Der Kampf war zwar nicht ernst, aber trotzdem schnell gewesen.

»Ergeben?«, antwortete Areros ebenso schwer atmend und nach einer Möglichkeit suchend Leyron doch noch zu entkommen.

»Ja. Ergeben. Oder ich muss dir deinen Kopf zerteilen«, meinte Leyron. »Du bist schon der zweite in deiner Familie, den ich in meiner Gewalt habe. Allerdings will ich nicht von dir das erhalten, was Aeluin mir für ihre Freiheit gegeben hat.«

»Ich werde dich auch nie küssen!«, erwiderte Areros und verzog das Gesicht. Dann packte er Leyrons Standbein, um es wegzuziehen. Doch da er nur mit einem Arm zupacken konnte gelang es ihm nicht. Der einzige Erfolg war, dass Leyron mit dem Bein einknickte und vorsichtshalber das Schwert noch im Fallen von sich warf, damit er Areros nicht noch tatsächlich den Kopf spaltete.

»Areros«, rief er dabei aus. »Sowas kann leicht ins Auge gehen.«

Auch Areros schaute ihn leicht erschrocken an. An diese Wirkung hatte er nicht gedacht. »Hm. Das besiegt werden, muss ich wohl noch lernen.«

Leyron hatte sich inzwischen halb auf Areros Brustkorb gesetzt und saß da nun den Kopf schüttelnd. »Ja, das solltest du. Aber wie mir scheint, habe ich nun einen guten Platz zum Sitzen gefunden. Es wird doch nicht zu unbequem für dich?«

»Nein gar nicht«, stieß Areros gepresst aus. Leyron leider nicht so leicht, wie Arendir, der des öfteren mal auf Areros Brustkorb saß und mit ihm kampelte.

»Wenn ihr beiden nun fertig seid, dann könntet ihr mir vielleicht sagen, ob sich irgendetwas wichtiges ereignet hat!« Arendors Stimme drang zu den beiden jungen Männern.


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Arendor Offline

Gutshofbesitzer in Anthara


Beiträge: 369

02.04.2008 21:43
#409 24. Juni 3016 DZ — Im Dorf/Am See — Vormittag bis Früher Abend Zitat · Antworten

Arendors Tag war nicht sehr abwechslungsreich gewesen. Am frühen Morgen befürchtete er, dass die Räuber nun kommen würden, doch nichts geschah. Nur die Tiere begannen munter zu werden und wurden immer unruhiger. Die Kühe stießen mit der Zeit die herzergreifendsten Laute aus, so dass Arendor nicht anders konnte und ein paar Bauern zum melken abbestellte. Nirion tat es für seinen eigenen Hof. Er fütterte auch gleich die anderen Tiere. Arendor hatte kurz mit ihm gesprochen und ein seltsames Glitzern in dessen Augen gesehen. Doch er hatte keine Zeit, seinen Schwiegersohn zu fragen. Schließlich konnten die Räuber jeden Moment kommen.

Doch nichts geschah. Den ganzen Vormittag über war Arendor auf der Hut, ging von einem Hof zum anderen, um die Männer zu beruhigen und aufzufordern wachsam zu sein. Er war gemeinsam mit Areros und Leyron am Ufer des Erui gewesen, doch alles war ruhig, wie immer.

Gegen Mittag schickte er je einen der Soldaten in die anderen Dörfer, doch als diese zurückkamen, hörte er, dass auch in den umliegenden Dörfern alles ruhig geblieben war. Noch einmal hatte er daraufhin mit Rerlad und Nirion gesprochen. Doch beide waren sich einig und fest davon überzeugt, dass Anthara ausgekundschaftet worden war. Also blieb Arendor vorsichtig. Vielleicht würden sie ja gegen Abend angreifen, wenn alle schlafen gehen würden. Er selbst war nun auch sehr müde und legte sich für eine Stunde hin, mit der Bitte ihn sofort zu wecken, wenn sich etwas unvorhergesehenes ergab.

Es blieb weiter ruhig und den Männern wurde langsam langweilig. Sie harrten jedoch auch ihren Posten auf, wie Arendor es ihnen aufgetragen hatte. Sie sollten auch die Nacht auf den vier Höfen verbringen und immer drei sollten Wache halten, damit die anderen schlafen konnten.

Am See bei Areros und Leyron

Nun neigte sich der Tag und Arendor ging wieder zum See, um nach Neuigkeiten zu fragen. Als er in die Nähe kam, hörte er Schwerter klirren. Arendor ging in Alarmbereitschaft. Was war geschehen? Areros war doch nicht etwa getötet worden? Doch dann hörte er dessen Stimme und kurz darauf Leyrons.

Leise pirschte er sich näher. Von einem Gebüsch verdeckt, beobachtete er den Schwertkampf der beiden jungen Männer. Beide waren ausgesprochen gut im Umgang mit den Schwertern. Während ihn das bei Leyron jedoch nicht weiter überraschte, so blickte Arendor erstaunt auf seinen Sohn Areros, den er sich bisher nie mit einem Schwert hatte vorstellen können.

›Areros ist wirklich gut‹, dachte Arendor und ein gewisser Stolz überkam ihn. ›Wenn er tatsächlich erst zwei Jahre trainiert, so ist er für den Umgang mit dem Schwert geboren. Wie geschmeidig er sich fortbewegt …‹

An Arendors unausgesprochenem Lob konnte auch Areros letztendliche Niederlage nichts ändern. Er trat aus dem Gebüsch hervor und sprach die beiden an.

»Es ist hier alles ruhig. Meinst du, dass sie heute noch kommen werden?« Leyron blieb auf Areros sitzen und sah zu Arendor auf.

Irgendwie imponierte Arendor dieses Verhalten. Jeder andere wäre wohl sofort aufgesprungen, um es sich nicht mit ihm zu verderben. Oder hatten die Männer nur damals, als er noch Hauptmann gewesen war, Angst und Respekt vor ihm? Immerhin beruhigte Arendor Leyrons Verhalten auch in einem anderen Punkt: Wer sich so verhielt, hatte bestimmt auch nicht vor seine Tochter zu heiraten.

›Was aber leider nicht bedeutet, dass er sie nicht verführen würde‹, dachte Arendor bedrückt. ›Ich muss auf Aeluin ein Auge haben, sobald sie wieder hier in Anthara ist. Ich werde verhindern, dass er sie unglücklich macht.‹

»Ich weiß nicht, ob die Räuber heute noch kommen. An sich würde ich es ja verneinen. Keiner greift einen Ort bei Nacht an, den er nicht kennt. Andererseits können wir uns nicht darauf verlassen.

Ich habe vorhin noch einmal mit Nirion und Rerlad gesprochen. Sie waren sich ganz sicher, dass Anthara ausspioniert worden ist. Doch auch in den anderen Dörfern ist es ruhig. Ich kann mir das Ganze nicht erklären.«


Arendor setzte sich neben Leyron und Areros auf den Boden. Areros hatte ein schmerzverzerrtes Gesicht, obwohl er es so gut wie möglich zu verbergen versuchte.

»Vielleicht … haben … sie … kalte … Füße … bekommen«, stieß Areros unter Anstrengung hervor.

»Oder sie haben von unserer Verteidigung Wind bekommen«, meinte Leyron ohne Areros offensichtliche Schmerzen zu beachten. »Möglicherweise haben sie gestern noch einmal einen Kundschafter herüber geschickt, während wir das Dorf vorbereitet haben. Ein gut verteidigtes Dorf würden sie wohl kaum überfallen, es sei denn sie wären uns kampftechnisch und anzahlmäßig haushoch überlegen.«

»Hm …«, überlegte Arendor. »Da könntest du Recht haben. Trotzdem können wir uns nicht darauf verlassen. Vielleicht greifen sie doch noch an. Heute Nacht oder im Morgengrauen. Ich hätte es gerne, wenn ihr beide weiterhin hier auf dem Posten bleibt. Haltet abwechselnd Wache und schlaft auch.«

Arendor stand auf, um ins Dorf zurück zu kehren. Bevor er wieder ins Gebüsch verschwand, sagte er zu Leyron: »Es wäre schön, wenn du meinen Sohn nicht zu Mus zerquetscht. Ich fürchte, ich bekomme gewaltigen Ärger mit meiner Frau, wenn Areros verletzt ist, ohne dass es einen Kampf gegeben hat.«

Dann drehte er sich um und ging zu seinem Hof.


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Leyron Offline

Krieger


Beiträge: 1.022

03.04.2008 20:43
#410 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten

Leyron stand auf und sagte zu Areros: »Die Männer in eurer Familie scheinen ziemlich große Angst vor den Frauen zu haben.« Grinsend reichte Leyron Areros seine Hand und zog ihn auf die Füße.

»Das liegt daran, dass unsere Frauen ziemlich sauer werden können und das kein Vergnügen ist.« Areros rieb sich seinen Brustkorb. »Sei froh, dass du sie noch nie so erlebt hast.«

»Wieso?«, fragte Leyron. »Werden sie dann zu Furien?«


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Areros Offline

Bauernsohn


Beiträge: 348

03.04.2008 20:45
#411 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten

»Kommt ganz drauf an. Wenn es darum geht, dass du einem, den sie lieben weh getan hast, werden sie wütend und schreien dich an. Leider ergeben ihre Worte auch immer einen Sinn und man fühlt sich schlecht.

Wenn du sie aber persönlich verletzt hast, so werden sie plötzlich ganz still und ignorieren dich. Sie reden kein Wort mit dir. Das kann sich manchmal über Tage und Wochen hinziehen und mit jedem Tag wird es schwieriger sie wieder gnädig zu stimmen.«


Areros dachte mit Unbehagen an einen großen Streit zwischen Aeluin und Lundor zurück. Aeluin hatte fast einen Monat kein Wort mit ihm gewechselt, obwohl er sie anflehte ihm wieder zu verzeihen. Auch Zureden von seiten der anderen Familienmitglieder hatte nichts gebracht. Erst als Lundor eines Tages eine schwere Verletzung durch einen falschen Schwertstreich Lendils bekam, kam sie zu Lundor und kümmerte sich mit Sorgenfalten um ihn. Doch als sie nun wütend auf Lendil sein wollte, bat Lundor es nicht zu tun.

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Areros

Leyron Offline

Krieger


Beiträge: 1.022

03.04.2008 20:55
#412 24. Juni 3016 DZ — Am See — Früher Abend Zitat · Antworten

Leyron hob skeptisch seine Augenbrauen. »Siehst du. Es ist besser, wenn man allein bleibt und Frauen so weit wie möglich aus dem Weg geht.«›Bis auf die prickelnden Stunden mit ihnen‹, fügte Leyron in Gedanken hinzu. »Ich habe schon so viele unglückliche Männer auf meinen Reisen erlebt. Sie haben mich alle beneidet, dass ich frei bin.«

»Du hast schon recht. Frauen sind oft unverständlich. Doch die verheirateten Männer meiner Familie sind trotz dieser ›Eigenheiten‹ ihrer Frauen sehr glücklich mit ihnen. Du kannst ja mal Nirion fragen. Ich glaube nicht, dass er auch nur einen Moment auf Andirana verzichten möchte. Selbst Diros wäre gern öfter hier, doch als Soldat hat er nur selten Urlaub.«

Leyron lachte und klopfte auf Areros Schultern. »Ich bin mir sicher, dass deine Schwager allesamt glücklich sind. Deine Schwestern sind ja auch ganz wunderbare Frauen, ebenso wie deine Mutter. Bestimmt überwiegen die schönen Zeiten mit ihnen.« Leyron zwinkerte Areros zu. »Und manchmal sind schweigende Frauen auch sehr angenehm.« Leyron grinste Areros an. Er hob sein Schwert auf, steckte es in die Scheide und kletterte dann mit Pfeil und Bogen hinauf auf den Baum.

»Ich würde sagen, dass ich die erste Wache übernehme. Ruh du dich aus … Der Schwertkampf mit dir hat mir übrigens sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, das machen wir in Zukunft öfter.«

»Aber nur, wenn ich das nächste Mal auf dir sitzen kann. Und glaub nicht, dass ich mich leicht machen werde!«, antwortete ihm Areros und machte es sich auf dem Boden bequem.


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Lissuin Offline

Heilerin


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04.04.2008 08:13
#413 24. Juni 3016 DZ — Stall und Silvaens Haus — Später Morgen Zitat · Antworten
Nirion war in Richtung der Kuhställe gegangen, um die Kühe zu melken. Sie drehte sich noch einmal zu diesem sonderbaren Zwerg um und schüttelte den Kopf. Zum Glück gab es auch noch normale Männer wie Nirion in diesem Dorf.

Lissuin mochte Nirion, er war ein besonnener, höflicher Mann und ein wundervoller Vater. Sie hätte neidisch auf Andirana sein sollen, aber sie fand das ein Mann wie Nirion zu gut für sie wäre. Sie war glücklich für Andirana. Sie würde nicht zulassen das ihrem Mann etwas passierte.
Nun wenn der Zwerg kein Frühstück wollte, würde sie Nirion eines zu bereiten.

Sie ging zurück zu Silvaens Haus, wo sie die frisch gebackene Mutter und die Zwillinge immer noch schlafend vorfand. Sie ging in die Küche und machte sich in der Speisekammer zu schaffen. Nirion bekam ein Mahl aus frischem Brot, Schinken, Käse, Eier und Tee. Und würde sie Silvaen eine stärkende Mehl-Milch-Suppe kochen, würde ihr aber später ein Huhn schlachten und kochen. Die Milch würde sie jetzt gleich von Nirion holen und ihm Bescheid sagen, das ein Frühstück auf ihn wartete.

Lissuin machte sich auf den Weg, zu den Kuhställen und genoß die Kühle des Morgens. Sie öffnete die Tür und beobachtete Nirion wie er auf einem kleinen Schemel sitzend und dabei die letzte Kuh zu melken. Sie schmunzelte.

»Würdest du mir bitte etwas von der Milch abgeben, die du den Kühen grad abgetrotzt hast? Und wenn du sie zu Silvaens Haus bringst wartet ein Frühstück auf dich.« Sie grinste den jungen Mann unverschämt an.
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Beiträge: 3.383

05.04.2008 01:26
#414 24. Juni 3016 DZ — Stall und Silvaens Haus — Später Morgen Zitat · Antworten

Nirion



Gerade als Nirion mit der letzten Kuh fertig war, ging die Stalltür auf und Lissuin spitzte herein. Sie wollte etwas von der Milch abhaben und bot Nirion ein Frühstück an. Der Mann konnte nicht leugnen, dass er Hunger hatte. Er räumte noch schnell den Schemel in die Ecke und nahm die beiden vollen Milcheimer auf. Einen davon stellte er beim Stalleingang ab, den anderen würde er mit zu Silvaens Haus nehmen.
"Gerne. Aber ich hoffe du machst dir keine Umstände."

Als sie bei Silvaen ankamen, wartete dort schon das vorbereitete Essen. Das hätte wirklich nicht sein müssen … Ich weiß nicht warum sie das für mich tut … Weil sie den Zwerg ärgern will? … Gedanken, welche gerade durch Nirions Kopf schwirrten.

Aber warum sollte er es jetzt ablehnen? Wo sie sich doch sichtlich Mühe gegeben hatten. "Wo soll ich die Milch abstellen?" Als er dann am Tisch saß, sah er Lissuin schweigsam an. Doch schließlich kam es doch heraus:
"Lissuin, ich will dir wirklich nicht zu Nahe treten, aber ihr solltet hier wirklich verschwinden. Noch habt ihr die Gelegenheit dazu. Aber vielleicht bald nicht mehr. Du kannst nicht wissen, was hier los sein wird, wenn diese Männer erstmal da sind. Wie viele es sind, was sie mit euch Frauen machen, wenn sie euch finden …" Er seufzte und musste an seine Frau und seine Kinder denken.
"Lissuin, geht, so schnell wie möglich!" Er wollte sie nicht kränken, er wollte ihr nichts befehlen, er wollte sie nur vorwarnen.

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Leyron Offline

Krieger


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09.04.2008 00:01
#415 24. Juni 3016 DZ — Am See — Abend/Nacht Zitat · Antworten
Am See mit Areros

Leyron saß auf dem Baum und schaute angestrengt in die Nacht. Immerhin war es diesmal heller, denn es waren keine Wolken am Himmel und die Sterne funkelten auf ihn herab. Auch der Mond leutete und spiegelte sich im See.

Alles war ruhig – bis auf die nächtlichen Laute, die die Waldtiere in der Umgebung von sich gaben. Am See erschienen ein paar Rehe, die sich am Wasser satt tranken. Leyron war versucht, eines davon mit Pfeil und Bogen zu erlegen. Er hatte schon lange keinen guten Wildbraten mehr gegessen. Zumindest würde Aelandra bestimmt einen wundervollen Wildbraten zaubern.

Doch Arendors Frau war derzeit sowieso nicht im Dorf und Leyron musste die Pfeile vielleicht auch noch für andere Ziele aufheben. Obwohl er es sehr unwahrscheinlich fand, dass die Räuber noch auftauchen sollten. Entweder hatten sie es sich anders überlegt oder aber Nirion und dieser Soldat hatten sich getäuscht.

Leyron lehnte sich etwas zurück und betrachtete gedankenversunken die Rehe. Eigentlich hatte er große Lust auf diesen Kampf. Er sehnte sich danach sein Schwert zu schwingen und seinen Gegner zu besiegen. Diese körperliche und geistige Anstrengung war berauschend und er fühlte sich dann ganz in seinem Element. Vor allen Dingen fühlte er sich aber bärenstark.

Die Zeiten, in denen er Angst hatte und sich klein und hilflos vorkam, waren lange vorbei. Das Leben hatte ihn gelehrt mutig zu werden und immer der Stärkere zu sein. Er hatte bitter für diese Lehre bezahlen müssen, doch nun war er ein Mann, der sich vor niemandem zu fürchten brauchte. Wenn sich ihm einer in den Weg stellen würde, so musste er mit den Konsequenzen leben!

Nicht, dass Leyron sich für unbesiegbar hielt. Natürlich gab es Krieger, die besser oder stärker waren. Doch Leyron hatte gelernt seine Gegner genau einzuschätzen und wenn er sah, dass er verlieren könnte, so war er schlau genug, dem Kampf aus dem Weg zu gehen.

Vielleicht war sein Leben nicht das allerbeste und komfortabelste, aber Leyron hing daran. Er wollte es nicht leichtsinnig aufs Spiel setzen. Er wollte leben und seinen Platz im Leben finden.

Wie dieser genau aussah, wusste Leyron nicht. Vielleicht würde er sich wieder einer Söldnerarmee anschließen. Oder er würde irgendwo einen Beruf finden, der ihn so sehr reizte, dass er ihn erlernen wollte. Er könnte auch weiter wandern – vielleicht in den Norden? Oder die Meere befahren?

Die Welt stand ihm offen und sobald er wusste, was er wollte, würde er sein Ziel verfolgen und es schaffen. Dessen war er sich sicher. Bis dahin würde er weiter auf Bauernhöfen Arbeit suchen und sein Geld verdienen.

›Eigentlich hast du es viel besser, als Areros oder Lundor und Lendil‹, sagte sich Leyron. ›Sie sind an ihre Familie gebunden und sind nicht frei wie ich. Und wenn sie wie Lundor und Lendil ihr Ziel gefunden haben, werden sie an dieser Scholle festgehalten, weil ihre Familie es nicht schafft, sie los- und gehen zu lassen. Ich bin dagegen frei – richtig frei!‹

Ein zufriedenes Lächeln breitete sich über Leyrons Gesicht aus. Er war froh, wie sich sein Leben gestaltete und in dieser milden Sommernacht, war für ihn alles möglich.

Leyron genoss dieses Gefühl noch einige Minuten. Dann musste er gähnen. Es wurde Zeit, dass Areros die Wache übernahm. Leise klettere er vom Baum, doch die Rehe auf der Lichtung nahmen ihn trotzdem wahr und verschwanden eilig im Gebüsch.

»Hey Areros«, weckte Leyron den Schlafenden leise. »Wird Zeit, dass du die Wache übernimmst!«


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Areros Offline

Bauernsohn


Beiträge: 348

09.04.2008 00:08
#416 24./25. Juni 3016 DZ — Am See — Abend/Nacht Zitat · Antworten

Mit Leyron am See

Areros öffnete zaghaft ein Auge. Er hatte gerade tief und fest geschlafen. Er musste die Augen noch einmal schließen, um seinem Körper Zeit zu lassen, aufzuwachen. Ihm tat Leyron leid, der bestimmt schon sehr müde war, aber anders ging es nicht. Nach einer Minute hatte sich Areros so weit unter Kontrolle, dass er sich aufsetzen konnte.

»Wie spät ist es denn?«, fragte Areros gähnend.

Er bemerkte, wie Leyron zum Himmel schaute und daran die Zeit abzulesen schien. »Es ist um die dritte Stunde«, antwortete Leyron ihm.

»Dann hast du ja viel zu lange gewacht«, grummelte Areros und rieb sich die Augen, um aufzuwachen. Sein Körper drängte ihn, sich wieder hinzulegen und er merkte, wie er im Begriff war im Sitzen einzuschlafen. Er schüttelte sich leicht. »Du hast mich viel zu lang schlafen lassen!«

Areros konnte das Grinsen Leyrons nicht erkennen. »Hast du wenigstens etwas Schönes geträumt?«, fragte ihn dieser.

»Nicht, dass ich mich erinnern kann. Ich bin auch nicht so der Träumer. Im Gegensatz zu Aeluin. Was die schon alles für Unsinn zusammen geträumt hat! Ganz ulkig.« Ungelenk stand Areros auf, streckte sich und gähnte ausgiebig. »In letzter Zeit … oder mehr in den letzten Jahren, hat sie aber nichts mehr erzählt. Vielleicht hört das Träumen ja auf, wenn man erwachsen wird. Oder es sind nun Träume, die man seiner Familie nicht mehr ohne rot zu werden erzählen kann.«

Areros schlug Leyron grinsend auf die Brust. Doch dieser lachte nur leise, hüllte sich in seinen Mantel und legte sich auf die Erde. Leicht taumelnd ging Areros zum Baum, wo auch sein Köcher und sein Bogen stand. Noch einmal streckte er sich und zog die laue Nachtluft ein. Dann riss er sich zusammen und kletterte hinauf.

Forschend blickte er über die stille Landschaft und lauschte den Gesängen der Nacht. Er erinnerte sich an die vielen gemeinsamen Ausflüge mit Aeluin und wie sie es genossen hatten nachts auf dem Boden zu liegen und die Sterne zu beobachten.

»Hoffentlich geht es den anderen gut«, dachte Areros. »Und sie machen sich nicht so große Sorgen um uns.«

Inständig hoffend, dass in dieser Nacht kein Feind kommen würde, spähte Areros über den See. Die Zeit verging und langsam krochen die ersten Lichtstrahlen über das Schattengebirge. Abermals stiegen die Schwäne in den Himmel, als die Sonne über die Gipfel kletterte.

Areros atmete tief ein und fragte sich, was der Tag wohl so bringen würde. Doch dann erinnerte er sich, dass die Feinde wohl im Morgengrauen kommen würden und wieder spähte er in Richtung des Erui. Doch zwar stieg die Sonne immer höher, aber kein Feind war zu sehen. Wieder riefen die Kühe nach ihrem Melker und auch die anderen Tiere begrüßten den Tag.

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Und er tötete ihn und wurde zum Verlierer. (Koran)

Areros

Areros Offline

Bauernsohn


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12.04.2008 05:54
#417 25. Juni 3016 DZ — Am See — Morgen Zitat · Antworten

Areros atmete tief ein und fragte sich, was der Tag wohl so bringen würde. Doch dann erinnerte er sich, dass die Feinde wohl im Morgengrauen kommen würden und wieder spähte er in Richtung des Erui. Doch zwar stieg die Sonne immer höher, aber kein Feind war zu sehen. Wieder riefen die Kühe nach ihrem Melker und auch die anderen Tiere begrüßten den Tag.

Als es wohl auf neun Uhr zuging war Areros so steif, dass er nicht mehr sitzen konnte. Er blickte zu Leyron hinunter. Dessen Gesicht war gerade genießerisch verzogen.

›Von was er wohl träumt?‹, überlegte Areros. ›Bestimmt von einer Frau! Na warte …‹

Neben der großen Buche, auf der er saß, stand auch eine Lärche und Areros hatte die Möglichkeit ein paar Zapfen abzureißen. Zielsicher ließ er sie auf Leyron fliegen. ›Wenn du von meiner Schwester träumst, werde ich dir das austreiben. Und wenn du nicht von ihr träumst, dann sind die Zapfen bestimmt in ihrem Sinne.‹

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Areros

Leyron Offline

Krieger


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12.04.2008 05:56
#418 25. Juni 3016 DZ — Am See — Morgen Zitat · Antworten

Nach dem dritten Zapfen war Leyron mit dem Dolch in der Hand aufgesprungen und sah sich suchend um. Dann landete erneut ein Zapfen auf seinem Kopf und er schaute nach oben, wo Areros – bemüht ein Grinsen zu vermeiden – in die andere Richtung schaute.

»Na warte, Freundchen!«, rief Leyron und schnappte sich die Zapfen und schoss sie zurück auf Areros. Auch er hatte das Zielen gelernt. Areros hob abwehrend die Arme. Er entschloss sich dann jedoch lieber hinunter zu klettern, nicht dass er noch den Halt verlor.

Leyron traf mit einem Zapfen noch hart sein Gesäß. Doch dann gingen ihm die Geschosse aus und er steckte deshalb erst einmal seinen Dolch in die Scheide.

Kaum hatte er ihn weggesteckt, als Areros schon auf ihn zugestürzt kam und ihn lachend zu Boden rang. Daraus entstand eine lustige Kappelei, die Leyron so noch nie erlebt hatte.


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Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.

Areros Offline

Bauernsohn


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12.04.2008 05:58
#419 25. Juni 3016 DZ — Am See — Morgen Zitat · Antworten

Areros hingegen hatte sich mit Lundor und Lendil, aber auch mit seinen Schwestern auf diese Weise schon unzählige Male auf dem Boden gewälzt und seine Stärke ausgetestet, ohne dem anderen tatsächlich weh tun zu wollen.

Irgendwie kam es Areros so vor, als kenne er Leyron schon lange und zwischen ihnen würde sich ein Band langer Freundschaft, wenn nicht gar Bruderschaft befinden. Er hätte sich kaum mit einem anderen Mann so auf dem Boden rumgewälzt – es sei denn, er wäre einer seiner Brüder. Doch er fand mit Leyron konnte man das auch machen. Zumindest lachte dieser auch.

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Areros

Lissuin Offline

Heilerin


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13.04.2008 09:17
#420 24. Juni 3016 DZ — Silvaens Haus — Später Morgen Zitat · Antworten
Lissuin kochte aus der Milch, die Nirion ihr gebracht hatte, Mehl und Kräuter, eine stärkende Suppe für Silvaen. Sie war auch grad damit fertig, als Nirion mit diesem berühmten Worten anfing. ›Ich will dir ja nicht zu hahe treten ... . ‹ Lissuin versteifte sich, nur um sich einige Augenblicke später wieder zu entspannen.

Nirion war wirklich nur besorgt um sie, während sie bei allen anderen Männern aus Arendors Haushalt, das Gefühl hatte, das sie der Meinung waren sie wüssten immer alles besser als sie. Sie setzte sich zu Nirion an den Tisch und sah ihn mit ernsten festen Blick in die Augen.

»Nirion, ich weiß sehr wohl was solche Männer mit uns machen, ich weiß es aus eigener Erfahrung.« Ein tiefer dunkler Schatten zog sich über ihr Gesicht. »Ich bleibe hier, egal was ihr sagt. Silvaen braucht mich und ich werde nicht zulassen, dass ihr das gleiche passiert wie mir. Mach dir bitte keine Gedanken um mich, ich weiß wie man einen Mann töten und ich würde nicht zögern. Ich möchte dich auch bitten, niemanden gegenüber zu erwähnen, was ich dir soeben erzählt habe.«

Ihr Gesichtsausdruck wandelte sich zu einer tiefen Schwermut. Ganz plötzlich stand sie auf zog den Topf mit der Mehlsuppe vom Feuer, füllte etwas davon in eine Schüssel, nahm einen Löffel und verschwand mit beidem in der Wohnstube.
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16.04.2008 03:38
#421 RE: 24. Juni 3016 DZ — Silvaens Haus — Später Morgen Zitat · Antworten

Nirion

Bei Lissuin in Silvaens Haus
Natürlich sah es die junge Frau nicht ein mit der jungen Mutter und dem Baby jetzt noch aufzubrechen. Und Nirion konnte da eigentlich auch nicht wirklich viel ausrichten, denn er kannte ihren Sturkopf und alles gute Zureden würde nichts nützen.
"Dann bitte behaupte später nicht, dass wir dich nicht gewarnt hätten."
Sicher hatten auch schon andere versucht sie zum Gehen zu animieren.

Was sie ihm nun erzählte bestürzte Nirion. Sie wusste es aus eigener Erfahrung? War Lissuin einst missbraucht worden? Das hatte er nicht gewusst und ein trauriger Schein fiel auf sein Gesicht.
„Das tut mir sehr leid. … Natürlich bleibt es unter uns. Du hast mein Wort!“ Es musste für eine Frau schrecklich sein, wenn ihr so etwas widerfuhr. Nein, das wünschte man niemandem … Wenn er sich nur vorstellte, dass sich jemand an seiner Frau oder an seinen Kindern verging, flammte eine unheimliche Wut in Nirion auf.

Doch Lissuin erwiderte nichts mehr weiter darauf sondern schnappte sich ihre gekochte Mehlbrühe und schwand damit zur frisch gebackenen Mutter ins Nebenzimmer. Nirion aß derweilen noch in Ruhe seine Eier, den Speck und das Brot. Nachdem er auch das Glas Milch ausgetrunken hatte, stand er auf und ging zur Tür.
"Danke für das Frühstück!" rief er noch einmal durch den Raum, so dass es auch Lissuin im Nebenzimmer hören konnte. Dann verließ er das Haus und begab sich zu seinem Wachdienst.

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Lissuin Offline

Heilerin


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16.04.2008 09:22
#422 RE: 24. Juni 3016 DZ — Silvaens Haus — Später Morgen Zitat · Antworten

Lissuin hörte wie sich Nirion verabschidete und ging, während sie in der Wohnstube neben der schlafenden Silvaen saß und weinte. Sie hatte Nirion etwas offenbart, das kein Lebender sonst wusste. Ihre Erinnerungen schmerzten schmerzten sie und drohten sie zu übermannen.
Der Teller Mehlsuppe war ein Alibi gewesen um Nirion zu entkommen. Eigentlich hatte sie nicht vor Silvaen zu wecken bis sie von selbst erwachte oder die Kleinen sie wecken würden. Sie betrachtete die drei Schlafenden und fragte sich ob sie je einen Mann so nah an sich heranlassen würde, um selbst Kinder zu bekommen. Ein gequältes Schluchzen entrang sich ihrer Kehle und heiße Tränen liefen über ihr Gesicht.

Arendor Offline

Gutshofbesitzer in Anthara


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18.04.2008 04:29
#423 24. Juni 3016 DZ — Am See/ Arendors Hof — Früher Abend Zitat · Antworten

Arendor lief durch den lauen Sommerabend und dachte kurz daran, dass sie unbedingt morgen die restlichen Erdbeeren abnehmen sollte, wenn sie nicht verderben sollten.

›Arendor, alter Freund‹, sagte Arendor zu sich selbst. ›Dir steht vielleicht noch ein Angriff bevor und du denkst an Erdbeeren. Was ist nur aus dem Soldaten in dir geworden.‹

Arendors Hof


Mit einem Lächeln erreichte Arendor seinen Hof. Er sah keinen Mann, denn sie hielten sich, wie verabredet in ihren Verstecken auf. Doch im Stall hörte er die Tiere rufen und er beschloss nahzusehen. Umständlich kletterte er durch ein Fenster an der Seite. Denn über der Stalltür war ein Eimer mit Steinen angebracht.

Drinnen war es schon ein wenig düster. Er sah Nirion, wie er den Kühen Futter gab. In Eimern stand die Milch des abendlichen Melkens da.

»Na Nirion«, sprach Arendor seinen Schwiegersohn an. »Du hast schon alles erledigt, wie mir scheint. Vielen Dank.« Er klopfte ihm dankbar auf die Schulter.


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NPC Offline




Beiträge: 3.383

19.04.2008 07:04
#424 RE: 24. Juni 3016 DZ — Am See/ Arendors Hof — Früher Abend Zitat · Antworten

Nirion



Den Tag über hatte Nirion teilweise Wache gehalten, vorsichtig die Umgebung erkundigt und war sonst mit seinen Gedanken eher in der ferne bei seiner Familie geweilt.

Nirion würde noch zum richtigen Tierfreund werden. Das könnte man zumindest meinen, denn am Abend des Tages war er wieder im Stall und versorgte vorbildlich das Vieh. Auch das Melken hatte er mittlerweile sehr gut unter Kontrolle. Auch wenn Kuh Gabi ein paar Anstalten machte und nicht wirklich ruhig stehen wollte.

Als er gerade das Heu für die Nacht bereitlegte, klopfte ihm jemand von hinten auf die Schulter und erkannte die vertraute Stimme seines Schwiegervaters.
Sofort drehte er sich zu ihm um.
"Bitte, keine Ursache. Irgend jemand muss es ja machen."
Den ganzen Tag war nichts passiert. Sie hatten alle ausgeharrt und auf den Überfall gewartet. Doch alle Anzeichen schienen sich in Nichts aufzulösen. Was ein Glück für sie war.

"Ich glaub nicht, dass noch jemand kommt um uns anzugreifen. Denkst du nicht, wir sollten die Frauen und Kinder zurück holen?"

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Arendor Offline

Gutshofbesitzer in Anthara


Beiträge: 369

23.04.2008 03:35
#425 24. Juni 3016 DZ — Arendors Hof — Früher Abend Zitat · Antworten

»Ich kann es dir ehrlich gesagt nicht sagen«, antwortete Arendor. »Vielleicht greifen sie doch noch an. Ich möchte noch diese Nacht abwarten und wenn morgen kein Angriff erfolgt, können wir wohl davon ausgehen, dass auch keiner mehr stattfindet und die Frauen dürfen wieder kommen.«

Arendor bemerkte ein seltsames Glitzern in Nirions Augen. Er schloss daraus, dass dieser seine Frau und seine Kinder sehr vermisste und sie gern wieder bei sich hätte.

»Glaub mir, Nirion. Ich wünschte, dass wir die Frauen und Kinder sofort holen könnten und sie nicht noch eine Nacht in diesem nicht ungefährlichen Wald lassen müssten. Aber so ist es sicherer.«


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